Ein Meilenstein! Dan Margulis dokumentiert zum ersten Mal die ungeheure Leistungsfähigkeit des LAB-Farbraums für die professionelle Farbkorrektur und Retusche. Er zeigt, in welchen Bereichen LAB die erste Wahl ist und in welchen nicht. Eine umfassende Erläuterung der LAB-Struktur, sofort nachvollziehbare Rezepte zur Integration in Ihren Workflow und wertvolle Insider-Tipps folgen. Mit diesem Wissen erzielen Sie auf elegante Weise auch radikale Farbänderungen, optimieren Porträtaufnahmen und vieles mehr. Jedes Kapitel spannt den Bogen vom Grundlagenwissen bis hin zu detaillierter Tiefe. Damit ist es nicht nur das einzige Buch, das sich ausschließlich dem LAB-Farbraum widmet, sondern auch die einzige für Nicht-Experten verständliche Informationsquelle. Ein Buch, das in jeden Photoshop-Bücherschrank gehört!
Vorwort des Autors:
Es ist unter Profis kein Geheimnis, dass mit LAB häufig auf spektakuläre Weise bessere Bilder zustande kommen als mit jeder Alternative. Es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass dies ziemlich komplex sein kann. Überraschend ist, wie viel davon häufig schon für LAB-Unerfahrene zugänglich ist.
Ein Beispiel: Kurz vor dem Erscheinen dieses Buchs verbrachte ich mit ein paar Freunden drei Wochen in Italien. Wie jeder andere Tourist schoss ich eine Menge Bilder, die meisten davon schlecht. Ich wurde leider dazu ausersehen, ungefähr 60 dieser Bilder für andere Mitglieder des Freundeskreises zu drucken.
Diese anderen Mitglieder sind keine Photoshop-Anwender, aber sie haben eine vage Vorstellung davon, wie ich mir mein Brot verdiene, und manche von ihnen haben sich die Mühe gemacht, nach mir zu googeln. Deshalb war mir diese Verpflichtung so unliebsam: Diese Leute erwarteten natürlich sehr viel bessere Fotos als die von ihnen selbst aufgenommenen. Sie verstanden auch nicht, dass ich mehrere Tage benötigt hätte, wenn ich jedes Bild wie eine ganzseitige Zeitschriftenanzeige bearbeitet hätte.
Ich war wegen des Buchs im Abgabestress und freute mich deshalb über diese Aufgabe so sehr, als hätte man mich von der Notwendigkeit einer Wurzelbehandlung unterrichtet. Weil ich für das Projekt nur eine halbe Stunde Zeit hatte, bereitete ich die Bilder unter Verwendung der grundlegenden, in den Kapiteln 1, 3 und 4 gezeigten Techniken vollständig in LAB vor.
Dies wäre nicht für jedes Bild angebracht gewesen, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte. Wenn die Zeit aber knapp ist, erhalten Sie mit LAB bei Weitem das beste Ergebnis und das ist mehr als ausreichend, um die Mitarbeiter des Fotolabors über die lebhaften Farben zum Staunen zu bringen. Ich glaube, dass sich viele Leute in einer solchen Zwangslage befinden und die schnellen Lösungen suchen, die LAB zu bieten hat.
LAB ist zwar etabliert, aber immer noch so innovativ, dass es keinen Konsens darüber gibt, welche Teile davon genutzt werden sollen. Im Großen und Ganzen umfassen die momentanen Einatzgebiete drei Gebiete:
-mit einfachen Arbeitsschritten Farbe intensivieren,
-den L-Kanal schärfen
-und extrem schlechte Originale retten, wie in den ersten Kapiteln beschrieben.
Von diesen Gründen ist nur die erste Aufgabe ein wirkliches Heimspiel für LAB. Für die beiden anderen Aufgaben ist LAB zwar häufig etwas besser geeignet als die Alternativen und ist normalerweise auch schneller. Aber wir könnten hier ohne LAB auskommen. Es gibt eine große Aufgabengruppe, bei der die Verwendung von LAB nicht so üblich ist, bei der Sie damit aber häufig sehr viel bessere Ergebnisse als mit jeder anderen Methode erzielen - besonders wenn Sie sich in Photoshop gut auskennen. Ein typisches Beispiel ist die Bildretusche, die in den Kapiteln 9 und 11 besprochen wird.
Ähnlich sieht es aus, wenn Spezialisten der Porträtfotografie die Techniken in Kapitel 16 sehen oder Spezialisten für "impressionistische" Aufnahmen wie Unterwasserfotos das Kapitel 15 mit seinen AB-Überblendung lesen. Das Optimieren von Bildern ist im Grunde genommen überhaupt keine aufregende Beschäftigung. Aber auch Experten sitzen mit offenen Mündern da und staunen über die Möglichkeiten von LAB.
Folglich gibt es zwei mögliche Szenarien für dieses Buch. Viele Leute möchten wissen, wie man LAB verwendet, und schnell in den Workflow einsteigen. Sie interessiert weniger das Warum und mehr das Wie. Sie kaufen ein Buch in der Annahme, dass der Autor weiß, worüber er spricht und sind gewillt, seinen Rat für bare Münze zu nehmen. Ich könnte für solche Leute ein Buch schreiben, das nur ein Drittel so dick wäre wie das vorliegende.
Ein solches Buch wäre jedoch unbefriedigend für jeden mit der Ambition, ein Photoshop-Experte zu werden. Solche Personen benötigen eine ausführlichere Präsentation, als sie für die erste Lesergruppe nötig wäre. Sie springen nicht auf die ungesicherte Behauptung an, dass eine bestimmte Methode besser ist als die bisher verwendete - sie möchten eine Erläuterung, warum. Das ist ärgerlich, denn manchmal benötigt man eine Seite, um zu beschreiben, wie man eine bestimmte Bearbeitung in LAB vornimmt und acht Seiten, um zu erklären, warum die Alternativen nicht so gut sind.
Ich bestreite meinen Lebensunterhalt durch intensive Farbkorrekturkurse mit kleinen Teilnehmerzahlen. Dadurch habe ich einen guten Einblick, was die Leute wirklich denken und wie sie an das Lernen herangehen. Die zweiteilige Struktur der ersten sechs Kapitel ist ein Versuch, beide Gruppen zu bedienen. Die ersten Hälften dieser Kapitel ergeben zusammengenommen das knappe LAB-Buch, über das ich ein paar Absätze zuvor gesprochen habe. Sie handeln nur von Photoshop-Technik. Sie setzen nicht allzuviel Photoshop-Kenntnisse voraus. Sie stellen fest, dass bestimmte Methoden funktionieren, ohne das Warum zu erklären. Wenn ich behaupte, dass LAB die beste Möglichkeit für bestimmte Bearbeitungen ist, mache ich keine Pause, um die anderen Optionen zu erörtern. Nur rudimentäre Photoshop-Kenntnisse sind erforderlich und ich versuche, genau zu beschreiben, wie jeder Befehl verwendet wird.
Die zweiten Hälften dieser Kapitel können Sie lesen oder auch nicht, wie Sie möchten. Sie sind die zweite Gruppe gedacht - diejenigen, die auch das "Warum" erforschen möchten. Ab Kapitel 7 wird das Wasser tief, denn ab hier gibt es keine gesonderten Abschnitte mehr für Einsteiger und Fortgeschrittene. Ich würde nicht behaupten, dass der Rest des Buchs für unerfahrene Anwender unmöglich ist: Ich versuche, die Konzepte in normaler Sprache zu erläutern, nicht im pseudo-akademischen Photoshop-Jargon.
Die beigefügte Buch-CD enthält die meisten Originalbilder des Buchs (in einigen Fällen haben die Urheber gewünscht, dass die Bilder nicht digital veröffentlicht werden), normalerweise in einer niedrigeren Auflösung als im Text gezeigt. Wenn meine Erläuterungen nicht klar sind oder wenn Sie sie bezweifeln, können Sie auf der CD nachsehen und überprüfen, ob Sie nachvollziehen können, worüber ich spreche. Auch haben alle Kapitel einen "Zusammenfassung und Übungen"-Abschnitt. Die Übungen sind sozusagen Hausaufgaben, die Wiederholungsfragen werden im Abschnitt "Anmerkungen & Bildnachweis" beantwortet.