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Die Evolution von Cyberspace


Die Evolution von Cyberspace

Was immer sie sonst sein mag, die Virtual Reality Modeling Language (VRML) ist sowohl ein Produkt als auch ein Motor des Internet. Der erste öffentliche Aufruf zur Mitarbeit an ,,einem Standard für die virtuelle Realität im World Wide Web" kam April 1994 auf dem ersten internationalen WWW-Kongreß in Genf. In den darauffolgenden Wochen sammelten sich mittels einer Email-Liste etliche Hundert begeisterte Mitwirkende. Ziele wurden fixiert, ein Fahrplan vereinbart, ein paar hunderttausend Worte gewechselt, und schon nach 6 Monaten konnte auf dem ,,WWW2" in Chicago ein erster Meilenstein gefeiert werden: VRML 1.0.


Daß es dann dreimal so lange dauerte, um eine Version 2.0 zu schnüren, hat nur die von Internet-Geschwindigkeiten verwöhnten Insider enttäuscht. Der Rest der Fachwelt staunte nur. Die Entwicklung dieses Sprachstandards, ein Vorgang sonst immer vom Schlagwort Glaubenskrieg begleitet, lief so erstaunlich glatt und zielgerichtet ab, daß selbst die International Standards Organisation (ISO) davon Notiz nahm. Die Spezifikation für VRML 2.0 wurde gleich als Basis für die Redaktion eines formellen ISO-Antrags akzeptiert, und die ISO-Funktionäre ließen sogar nachfragen, ob nicht das so effektive wie unkonventionelle ,,VRML-Verfahren" sich auch für andere Standardisierungsbemühungen anwenden ließe.


Dieses scheint allerdings eher unwahrscheinlich. Der Fall VRML ist, wenn nicht ganz und gar einzigartig, doch mehr als ein bißchen eigen.


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