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Medizin

Durch die Nutzung der Konzepte, auf denen VRML beruht, kann die Verarbeitung von medizinbezogenen Informationen in einer für den Nutzer verständlicheren Form geschehen. Sowohl der Arzt als auch der Patient selber kann durch die intuitive Interaktion mit Hilfe von VRML medizinbezogene Daten und Sachverhalte besser verstehen. Sehr oft hat ein Verständnis dieser Art bei der Diagnose, Planung sowie Durchführung von Operationen oder Therapien selber schon eine therapeutische Wirkung. Durch die Implementation und Installation eines Client/Server-Systems für die Verarbeitung persönlicher Medizindaten können zum Beispiel Ärzte in Notfällen für die Diagnose oder Planung von Operationen über das Internet Daten wie digitale Anatomie des gesunden Körpers, Krankheitsgeschichte oder Personalien des zu behandelnden Patienten zu jeder Zeit und an jedem Ort auf der Welt abrufen, weiter verarbeiten und aktualisieren. Dies würde den Prozeß der Behandlung wesentlich vereinfachen und verkürzen.


Ferner müssen entsprechende Zugriffskontrollen zur Authentifikation und Autorisierung vor Datenmißbrauch schützen. Solche Virtual Reality basierte Medizininformationssysteme (ViRMIS) sind heute bereits mit VRML realisierbar. CyberAnatomy von SiliconGraphics ist ein Beispiel, das einen anatomischen Atlas des menschlichen Körpers implementiert. Darin ist es möglich, Organe sowie Teile des Skeletts zu visualisieren und damit deren Position und Lage im menschlichen Körper zu erfahren. Abbildung 2.4 zeigt einen Ausschnitt aus CyberAnatomy.


Ausbildung und Lehre

Neben den klassischen Ausbildungsmitteln wie Buch, Dias oder Video werden heute auch schon Hypermediaprogramme auf CD-ROM für die Medizinausbildung eingesetzt. Als Ergänzung zu letztgenannten wird VRML einen interessanten Beitrag liefern können. Die Interaktion mit Molekülen, die Visualisierung von Körperorganen bis hin zu elektronischen 3D-Anatomieatlanten sind Beispiele, die heute bereits auf dem Internet frei verfügbar sind. Durch den leichten und kostengünstigen Zugang zum Internet und der Verfügbarkeit von VRML-Browsern für PC-Plattformen erschließen sich enorme Möglichkeiten, die VR-Technologie in der medizinischen Ausbildung einzusetzen.


Akkreditierung von Ärzten

Ähnlich wie es in einigen Ländern üblich ist, sich nach einer gewissen Zeit einer Fahrprüfung zu unterziehen, läßt sich VR für die Akkreditierung von Ärzten einsetzen. Ärztliches Fachpersonal müßte in gewissen Zeitabständen einen Leistungsnachweis erbringen. Dies würde erlauben, das Bildungs- und Wissensniveau periodisch zu überprüfen und entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen einzuleiten.


Telemedizin

Durch die zunehmende Vernetzung werden in Zukunft vermehrt medizinische Dienstleistungen über das Internet angeboten. So könnten zum Beispiel Kliniken erste Installationen für Telemedizin-Anwendungen betreiben, die Benutzern netzweit kleinere Behandlungen und Diagnosen anbieten würden. Schließlich könnten bereits heute mit relativ geringem Aufwand sogenannte VRML-basierte Newsgruppen, eine Art elektronisches Anschlagbrett und Diskussionsforum, für verschiedenste medizinische Bereiche oder Krankheiten etabliert werden, in denen Benutzer und Fachärzte gezielt Behandlungsarten, Diagnosen oder ,,Wundermittel" multimodal und multisensorisch diskutieren könnten.


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