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Hyperlinks mit Anchor

Zur Beschreibung der Verknüpfungsmöglichkeiten von VRML-Dokumenten bietet sich eine direkte Analogie zu den Hypertext-Links n der weithin bekannten Dokumentbeschreibungssprache HTML an. Die dort farblich und mit Unterstrich markierten Textstellen weisen - je nach Browser einhergehend mit der Veränderung des Mauszeigers - auf das Vorhandensein eines Hypertext-Links hin. Wird dieser durch Mausklicken aktiviert, springt der Browser entweder auf eine andere Textstelle im gleichen Dokument, öffnet eine neue HTML-Datei, oder führt eine andere der vielen möglichen Aktionen im WWW aus. Entsprechend gestalten sich die Hyperlinks im dreidimensionalen Pendant VRML. Statt Wörtern oder Bildern dienen in virtuellen Umgebungen einzelne oder Gruppen von 3D-Objekten als Auslöser von Hyperlinks. Fährt der Cybernaut mit dem Mauszeiger über eines dieser Objekte, gibt sich dieses - je nach Browser verschieden - durch Veränderung des Maussymbols und Anzeige des URLs als Hyperlink zu erkennen (siehe Abbildung 8.1). Auf die Aktivierung des Hyperlinks per Mausklick erfolgt dann entweder ein Wechsel zu einer anderen - als Viewpoint definierten - Position in der gleichen virtuellen Welt, der Aufruf einer neuen VRML-Datei, oder eine der vielen weiteren möglichen WWW-Aktionen. Abbildung 8.1
Anzeige eines Hyperlinks mit Erklärungstext im VRML-Viewer ,,WorldView"

Für die Realisierung von Hyperlinks steht in VRML der Gruppenknoten Anchor zur Verfügung. Sämtliche untergeordneten Objekte, die im Feld children aufgeführt sind, repräsentieren im VRML-Viewer die dreidimensionalen Auslöser eines Hyperlinks. Das aufzurufende WWW-Dokument wird - genau wie bei den schon vorgestellten Texturen - über eine eindeutige WWW-Adresse im Feld url angegeben. Hierbei lassen sich mehrere alternative URLs aufführen.


Wie bei Hypertext-Links in HTML, läßt sich auch bei den Hyperlinks in VRML der URL insofern erweitern, daß zusätzlich auf eine bestimmte Position im Dokument referenziert wird. Statt einer markierten Textstelle, dient in VRML ein Viewpoint als Referenz, dessen Name, verbunden mit dem Zeichen ,,#", einfach an die Adresse des Dokuments angehängt wird. So führt beispielsweise die Aktivierung eines mit http://www.vrml2 .edu/kirche.wrl#Froschperspektive initialisierten Hyperlinks zum Aufruf der VRML-Datei ,,kirche.wrl", die aus dem Blickwinkel des Viewpoints mit der Bezeichnung Froschperspektive eingangs dargestellt wird. Solche Sprünge lassen sich ebenfalls innerhalb von VRML-Dateien ausführen, indem einem Hyperlink lediglich der Name eines Viewpoints zugewiesen wird. Die Aktivierung des Hyperlinks url ,,#Froschperspektive" sorgt in einer virtuellen Welt beispielsweise für einen unmittelbaren Sprung von der gerade aktuellen zur Position des Viewpoints Froschperspektive.


Über das Feld description im Knoten Anchor läßt sich einem Hyperlink eine Beschreibung zuordnen, die beispielsweise vom Viewer anstelle des kryptischen URLs angezeigt werden kann. Dieses Konzept unterstreicht den allgemeinen Anspruch, den VRML in bezug auf eine intuitive Benutzernavigation erhebt. Ein Wechsel zwischen virtuellen Welten vollzieht sich für den Cybernauten somit nicht mehr von http://www.x.de nach http://www.y.de, sondern beispielsweise von Trier nach München.


Schließlich findet sich im Knoten Anchor das Feld parameter, über das dem HTML- oder auch VRML-Browser zusätzliche Informationen vermittelt werden können. Hierzu zählt die Angabe eines bestimmten Frames, in dem das zu ladende Dokument dargestellt werden soll. Durch die Zuweisung parameter [ "target=Rechts" ] erscheint das aufgerufene Dokument beliebigen Typs beispielsweise in dem Frame mit dem Namen Rechts.


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